Klassik - 2015

23. September - Philharmonie, Köln

JOHANN SEBASTIAN BACH
Sei Solo. a Violino senza Basso accompagnato - Sonaten und Partiten für Violine solo (BWV 1001–1006)

Isabelle Faust Violine

Isabelle Faust mit Bach. Eine Epiphanie. Ich war völlig sprachlos. Die Musik ist ja bekanntermassen grossartig, aber sie live zu erleben war - trotz etwas unruhigen Publikums - nochmal etwas ganz anderes. Da steckt wirklich alles drin, was Musik kann, was möglich ist. Ein unfassbares Erlebnis.

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5. Dezember - Tonhalle, Zürich

Luba Orgonášová Sopran
Alisa Kolosova Alt
Pavel Cernoch Tenor
Peter Mikuláš Bass

Monteverdi Choir
Tonhalle-Orchester Zürich
Peter Solomon Orgel
John Eliot Gardiner

Leoš Janáček: Blaník-Ballade
Antonín Dvorák: Das goldene Spinnrad op. 109

Leoš Janáček: Glagolitische Messe

John Eliot Gardiners umwerfendes Debut mit dem Tonhalle-Orchester. Es öffnete mit der Blanik-Ballade von Janácek, darauf folgte Dvoráks Spinnrad. Das Orchester kam schnell in Schwung, das Zusammenspiel klappte so hervorragend, dass man dachte, die hätten schon unzählige Male mit Gardiner gearbeitet ... nach der Pause dann die glagolitische Messe, das Orchester noch etwas aufgestockt, der Chor, die beeindruckende Orgel, die auch ihren unbegleiteten Zwischensatz kriegt, dazu ein gutes Solistenquartett, besonders toll Luba Orgonasova. Es gab nur Kürzestkritiken in den zwei grossen Tageszeitungen, aber beide Rezensenten waren ähnlich begeistert wie ich.

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16. Oktober - Tonhalle, Zürich

MOZART Symphonie C-Dur KV 551 "Jupiter"
BRAHMS Violinkonzert D-Dur Op. 77

Zugabe: BACH: Preludio (Partita III, BWV 1006)

Frank Peter Zimmermann, Violine
Tonhalle Orchester Zürich
David Zinman

Mozart zog ein wenig an mir vorbei, wie das mit seinen Symphonien bisher bei mir halt ist ... das ist hübsch, regt mich beinah zu tapsigen Bärentanzschrittchen an, kommt mir aber nicht nahe. Gespielt schien mir das schlank, grossteils präzise, vermutlich ein wenig routiniert. [Das hat sich in der Zwischenzeit grundlegend geändert, aber von Mozart mag ich Nr. 40 wohl noch eine Spur lieber als die "Jupiter".]

Nach der Pause ging es mit Zimmermann und Brahms aber zur Sache - und wie! Er spielte manchmal fast zu leise, das mächtige Orchester schien ihn beinah zu verschlucken - aber das ist ja wiederum in diesem Konzert angelegt. Zimmermann spielte es sehr werkdienlich, sich zurücknehmend, mit Mut zur Hässlichkeit, zum Schrammeln, sein Ton hatte aber die meiste Zeit einen feinen Glanz - und Schmelz war auch in angemessenen Mengen da, Portamenti waren nicht selten, aber raffiniert gesetzt, immer wieder schien das ganze hart an den Grenzen des Tonalen vorbeizuschrammen, um im nächsten Moment wieder fast - immer nur fast! - kitschig zu klingen. Eine tolle Balance fand ich, auch im Ton, der nie dick war und eben dennoch Schmelz hatte. Das ganze war von einer zurückhaltenden Innigkeit, die mir äusserst gut gefiel - ein Feuer, das im Innern brennt und sich da und dort einen Weg bahnt, ohne dass es lodern müsste.

Ich hätte als Zugabe am liebsten gleich noch sein Mendelssohn-Konzert gehört ...

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